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  • Schüchtern, introvertiert oder hochsensibel?

    Ein sanfter Blick auf feine Unterschiede – und auf dich. Vielleicht kennst du das Gefühl, dich manchmal wie „nicht richtig“ zu fühlen. Zu leise, zu ruhig. Vielleicht hast du dir schon unzählige Male anhören müssen: „Du musst mehr aus dir herausgehen, wenn du etwas erreichen willst." „Du musst dich mehr mündlich beteiligen, um deine Note zu verbessern.“ Oft ist das gut gemeint – und doch kann es wie ein innerer Druck wirken. Vielleicht hast du dich dann gefragt: „Warum bin ich nicht so wie die anderen?“ oder „Was stimmt nicht mit mir?“. Egal ob du dich als schüchtern, introvertiert, hochsensibel oder einfach als „stilles Wasser“ bezeichnest – ich möchte dir gleich zu Beginn sagen: alleine bist du ganz sicher nicht! Es gibt viele Menschen, die ihre Welt leiser, tiefer und vielleicht auch langsamer erleben. Und genau darin liegt etwas Wertvolles. In diesem Artikel lade ich dich ein, die Unterschiede zwischen diesen Begriffen zu entdecken. Nicht, um dich in eine Schublade zu stecken, sondern um dich selbst besser zu verstehen. Und um Wege zu finden, wie du im Einklang mit deinem Naturell leben kannst. Denn du entfaltest dein volles Potenzial erst, wenn du im Einklang mit deinem Naturell lebst und handelst. Introversion – die Kraft der inneren Welt Introvertierte Menschen suchen seltener äußere Stimulation. Sie tanken Energie in der Stille, in Momenten, in denen sie allein sind. Rückzug bedeutet für sie nicht Einsamkeit, sondern Auftanken und Erlebtes verarbeiten. Typische Merkmale können sein: ein hohes Bedürfnis nach Zeit für dich selbst Energiegewinn im Alleinsein Vorliebe für 1:1-Kontakte zuhören statt reden tiefes Nachdenken und Reflektieren Stille als Ressource Abneigung gegen überstimulierende Umgebungen Vermeidung, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen Vielleicht erkennst du dich darin wieder? Als introvertierte Person kannst du möglicherweise auch extravertiert agieren, wenn es bestimmte Situationen erfordern. Nur kostet es dich viel mehr Energie. Das Fehlen von stillen Inseln im Alltag bedeutet für introvertierte Persönlichkeiten schneller überstimuliert zu sein. Zu viele Gespräche, Geräusche oder soziale Situationen können dann erschöpfen. Ein Blick auf das Big-Five-Modell - - Die Begriffe Introversion  und Extraversion  wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von C. G. Jung – einem Schweizer Psychologen und Psychoanalytiker – in die Persönlichkeitspsychologie eingeführt. Jung beobachtete, dass jeder Mensch angeborene, natürliche Persönlichkeitsmerkmale besitzt, die im Laufe des Lebens weitgehend konstant bleiben – unabhängig von Stimmung oder momentaner Einstellung. Extraversion ist heute eine der fünf Persönlichkeitsdimensionen im sogenannten Big-Five-Modell . Dieses Modell basiert in seinen Grundgedanken auf Jungs Arbeiten und wird inzwischen sowohl in der Personalentwicklung von Unternehmen als auch im individuellen Coaching genutzt. Introversion  bildet darin den Gegenpol zur Extraversion. Menschen, die im Big-Five-Modell einen sehr niedrigen Wert auf der Extroversionsskala haben, gelten als stark introvertiert. Vielleicht ist dir schon aufgefallen:  Im psychologischen Kontext liest man häufig das Wort extravertiert , während im Alltag oft extrovertiert  verwendet wird. Beide Schreibweisen sind laut Duden korrekt – und gemeint ist dasselbe. Während Extraversion eine nach außen gewandte Haltung beschreibt, steht Introversion für eine nach innen gerichtete Haltung  – jeweils verbunden mit typischen Verhaltensweisen in sozialen Situationen. Introvertierte Menschen laden ihren „sozialen Akku“ oft dadurch auf, dass sie den intensiven Austausch mit Einzelpersonen suchen. Extravertierte hingegen fühlen sich durch lebendigen Kontakt in Gruppen energiegeladen und inspiriert. Allerdings handelt es sich nicht um zwei Schubladen. Vielmehr bewegen wir uns alle auf einem breiten Spektrum  zwischen diesen beiden Polen. Die meisten Menschen befinden sich im mittleren Bereich – sie sind weder extrem extravertiert noch auffallend introvertiert – und passen ihr Verhalten flexibel an die jeweilige Situation an. Wenn beide Ausprägungen bei einer Person vorhanden sind, spricht man in der Psychologie von Ambiversion . Je nach Studie und Messinstrument geht man davon aus, dass 50 – 75 % aller Menschen zu dieser Gruppe gehören. Exkurs: Die fünf Faktoren des Big-Five-Modells Neben der Extraversion/Introversion beschreibt das Modell vier weitere Persönlichkeitsdimensionen: Offenheit für Erfahrungen (Openness):  Wie neugierig und einfallsreich ist jemand? Wie sehr liebt die Person Abwechslung? Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness):  Wie zielstrebig, genau und pflichtbewusst ist jemand? Verträglichkeit (Agreeableness):  Wie rücksichtsvoll, kooperativ und empathisch ist jemand? Neurotizismus (Neuroticism):  Wie emotional labil oder verletzlich ist jemand? Nimmt man die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe, ergibt sich das Wort OCEAN  – deshalb wird das Big-Five-Modell auch OCEAN-Modell genannt. Ist Introversion angeboren oder erlernt? Introversion entsteht aus einem Zusammenspiel von genetischer Veranlagung  und Umwelteinflüssen. Es gibt Temperamente und Reaktionsweisen, die wir von Geburt an mitbringen. Schon bei Säuglingen lassen sich Unterschiede in Reizempfindlichkeit, Neugier und Annäherungslust  beobachten. Diese frühen Eigenheiten sind Bausteine der Persönlichkeit, die wir später entwickeln. Doch ebenso prägen uns die Erfahrungen in dem Umfeld, in dem wir aufwachsen – besonders in den ersten Lebensjahren. Ein feinfühliges, unterstützendes Umfeld  und sichere Bindungserfahrungen können einem Kind helfen, seine Art zu verstehen und gut mit Reizen umzugehen. Frühkindlicher Stress oder Überforderung hingegen kann introvertiertes Verhalten verstärken – oder in manchen Fällen sogar kompensatorisch extravertiertes Verhalten fördern. Neben der Persönlichkeit und dem Erziehungsstil  der Eltern spielen weitere Faktoren wie Erfahrungen mit Geschwistern und Gleichaltrigen und prägende Ereignisse eine Rolle. Gene und Umwelt wirken dabei nicht isoliert, sondern beeinflussen sich gegenseitig. So schaffen extravertierte Eltern – die gerne ausgehen, Freunde einladen oder Gruppenaktivitäten suchen – eine Umgebung, die Extraversion fördert. Introvertierte Eltern hingegen und die Art, wie sie mit ihrer eigenen Introvertiertheit umgehen – ob sie sie annehmen oder innerlich ablehnen – geben ihren Kindern andere Werte mit: im besten Fall Raum und Erlaubnis für Stille, Rückzug und Selbstreflexion. Das prägt, wie wir als introvertierte Menschen später mit uns selbst umgehen und ob wir es wagen, nach unseren Bedürfnissen zu leben. Exkurs: Biologische und neurochemische Unterschiede Introvertierte und extravertierte Menschen unterscheiden sich nicht nur in ihrem Verhalten, sondern auch in Gehirnaktivität , Reizverarbeitung und der Funktionsweise ihres Belohnungssystems . Cortical Arousal – der innere Lautstärkeregler Die sogenannte Arousal-Theorie  des Psychologen Hans Eysenck besagt: Introvertierte haben von Natur aus eine höhere neuronale Grundaktivität im Gehirn – selbst im Ruhezustand. Das bedeutet, ihr „innerer Lautstärkeregler“ für Wachheit und Reizverarbeitung ist bereits hoch eingestellt, auch wenn die Umgebung still ist. In sozialen Situationen oder lauten Umgebungen kann das schnell zu Überstimulation führen – und der Wunsch nach Rückzug wächst. Extravertierte hingegen haben einen niedrigeren Grundpegel. Sie brauchen mehr „Input“ und äußere Reize, um sich wach und lebendig zu fühlen, und suchen deshalb bewusst Kontakt, neue Erlebnisse und belebte Umgebungen. Damit wir uns wohlfühlen und leistungsfähig bleiben, brauchen wir alle ein „richtiges Maß“ an äußerer Stimulation – nur ist dieses Maß eben individuell sehr verschieden. Eysencks Theorie hat einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsforschung geleistet, wird jedoch auch kritisiert, weil sie nicht konsistent ist und Umwelteinflüsse nicht ausreichend berücksichtigt. Dopamin – das Belohnungssystem Ein weiterer Unterschied liegt in der Reaktion auf Dopamin , oft auch „Glückshormon“ genannt.Dopamin wird ausgeschüttet, wenn wir angenehme äußere Reize erleben – es sorgt für Motivation, Antrieb und Zufriedenheit. Der Unterschied: Extravertierte benötigen mehr Dopamin, um die angenehme Wirkung von Dopamin zu spüren und sich stimuliert zu fühlen. Sie reagieren auch stärker auf äußere Belohnungen wie soziale Anerkennung, Applaus oder neue Erfahrungen. Introvertierte reagieren empfindlicher auf Dopamin. Die gleiche Menge an Reizen, die für Extravertierte belebend wirkt, kann für sie schon zu viel sein. Darum suchen viele Introvertierte ihre „Belohnung“ lieber in stilleren Aktivitäten : tiefen Gesprächen, konzentrierter Arbeit, Spaziergängen, Musik hören. Dabei spielt oft ein anderer Botenstoff eine Rolle – Acetylcholin . Acetylcholin wirkt subtiler als Dopamin. Es wird mit einem Zustand von ruhiger Wachheit  und Zufriedenheit  in Verbindung gebracht. Es unterstützt genau jene Momente, in denen wir uns entspannt und gleichzeitig klar im Kopf fühlen – ein Gefühl, das viele Introvertierte besonders schätzen. Reflexionsübung – Mein Energiekompass „In welchen Momenten fühle ich mich lebendig und erfrischt – und wann leer und ausgelaugt?“ Nimm dir einen Moment Zeit, um diese Fragen zu beantworten. Notiere dir Situationen, die dir Kraft geben, und solche, die dich erschöpfen. Welche Räume brauchst du, um gut bei dir zu bleiben? Und wie klar kommunizierst du diese Bedürfnisse nach außen? Was dir als introvertierte Persönlichkeit helfen kann Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du bewegst dich in einer lauten, schnellen Welt – und immer wieder bekommst du zu hören, du seist „zu leise“ oder solltest „mehr aus dir herauskommen“. Manchmal ist das nur nervig. Manchmal kann es sich aber auch anfühlen, als würde deine Art nicht wirklich gesehen oder geschätzt. Vielleicht haben dich schon deine Eltern dazu ermutigt, dich lauter und durchsetzungsfähiger zu zeigen – in der Annahme, dass Kinder, die eher in sich gekehrt, ruhebedürftig oder gar scheu sind, es später einmal schwer haben könnten. Möglicherweise hast du deshalb gelernt, dich in bestimmten Situationen anzupassen – Fähigkeiten zu entwickeln, die dir helfen, gehört und wahrgenommen zu werden. Das kann wertvoll sein. Doch wenn du dich immer häufiger erschöpft und ausgelaugt fühlst, könnte es Zeit sein, wieder mehr bei dir anzukommen. Wenn du oft spürst, dass du über deine Grenzen gehst, ist das ein Hinweis darauf, dass du vielleicht noch nicht im Einklang mit deiner Introvertiertheit lebst. Vielleicht hast du dich bisher noch gar nicht bewusst als introvertiert betrachtet und möchtest herausfinden, wo du stehst. Dann kann es helfen, dir deine Stärken und Talente bewusst zu machen: Bist du kreativ? Kannst du gut zuhören? Bist du empathisch? Denn wer sich selbst kennt und schätzt, kann auch anderen in ihrer Einzigartigkeit begegnen. "Finde heraus, wer du bist, und tu es mit Absicht" - Dolly Parton Ein unterstützendes Werkzeug dabei kann der  LINC Personality Profiler sein – ein wissenschaftlich fundiertes Persönlichkeitsprofil auf Basis der Big-Five, das dir eine ganzheitliche und zugleich differenzierte Darstellung deiner Persönlichkeitsstruktur bietet: Du erfährst deinen individuellen Skalenwert zwischen extravertiert und introvertiert. Du kannst weitere feine Facetten deines Charakters benennen. Du lernst mehr über deine Motive: Was treibt mich an? Warum tue ich, was ich tue? Du kannst deine Kompetenzen klar benennen: Was fällt mir leicht? Wo liegen meine besonderen Stärken? Wenn du spürst, dass ein Coaching mit dem LINC Profil für dich ein guter Weg sein könnte, um dich selbst besser zu verorten, dann lass uns sprechen. Wenn du für dich bereits herausgefunden hast, dass du zu den introvertierten, ruhigen Menschen gehörst: Plane bewusst Pausen und stille Kraftorte in deinen Alltag ein. Kommuniziere deine Bedürfnisse nach Rückzug klar und wertschätzend. Es werden nicht alle sofort verstehen, warum dir das wichtig ist – doch je klarer du deine Grenzen formulierst, desto eher werden sie akzeptiert. Und desto besser kannst du deine Energie im Alltag bewahren. Schüchternheit – wenn Zurückhaltung zur Last wird Schüchternheit ist etwas, das fast jeder Mensch in bestimmten Situationen schon einmal gespürt hat. Sie ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern ein erlerntes Verhalten – oft als Reaktion auf Erfahrungen, in denen wir uns bewertet, nicht verstanden oder abgelehnt gefühlt haben. Schüchternheit ist nicht dasselbe wie Introversion. Es gibt schüchterne Extravertierte, die eigentlich gerne im Mittelpunkt stehen, aber in manchen Momenten vor Nervosität stocken. Und es gibt introvertierte Menschen, die in vertrauten Situationen sehr selbstsicher sind, aber in neuen Umgebungen schüchtern wirken. Nicht selten entwickelt sich Schüchternheit bei sensiblen oder introvertierten Menschen, wenn ihre Talente und Fähigkeiten nicht erkannt oder sogar abgewertet wurden – sei es in der Schule, im Elternhaus oder im Umgang mit anderen. Schüchternheit steht häufig im engen Zusammenhang mit sozialen Ängsten und geht mit einem Mangel an Selbstvertrauen einher. Das Gefühl dahinter: „Ich könnte nicht genügen.“ oder „Was, wenn ich mich blamiere?“ Auch Schüchternheit und Scham hängen eng miteinander zusammen und Scham hat immer mit der Angst vor Zurückweisung zu tun. Wie sich Schüchternheit zeigen kann Schüchternheit ist ein vielschichtiges Erleben – und sie kann sich auf mehreren Ebenen bemerkbar machen: Gedanklich kommt Schüchternheit immer dann, wenn du den Gedanken im Kopf hast, dass andere eine hohe Erwartungshaltung an dich haben und du denkst, du könntest enttäuschen. Überzeugungen wie „Ich kann keinen Smalltalk führen“, „Ich bin nicht interessant genug“ oder „Ich werde sicher rot“ setzen dich unter Druck. Körperlich : Erröten, schwitzende oder zitternde Hände, Herzklopfen – das Schwierige ist, dass körperliche Symptome dem autonomen Nervensystem unterliegen und nicht willentlich steuerbar sind. Im Gegenteil, je mehr du versuchst, ein Nervositätssymptom zu kontrollieren, desto schlimmer wird es, weil es dadurch mehr Aufmerksamkeit erhält. Es kommt zu einer Negativ-Spirale. Oft verstärkt die Angst vor diesen Symptomen sie noch. Im Verhalten  führt Schüchternheit zu Rückzug, Schweigen oder Vermeidung von Situationen, in denen wir uns unwohl fühlen, weil vor allem die körperlichen Symptome vermieden werden wollen, die dir peinlich sind. Auf der Gefühlsebene  entstehen Angst und Scham durch das Gefühl, keine Kontrolle über seine Symptome zu haben oder wieder erlangen zu können. Reflexionsübung – Woran du merkst, dass du schüchtern bist Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe auf, in welchen Momenten du dich schüchtern fühlst. Häufige Anzeichen können sein: ·        Verlegenheitsreaktionen ·        Erröten ·        Herzrasen ·        Hemmungen, in Gruppen zu sprechen ·        Grübeln vor oder nach sozialen Kontakten ·        Angst vor Kritik oder Ablehnung ·        Ständige Selbstbeobachtung  („Wie wirke ich gerade?“) Allein das Bewusstmachen dieser Signale ist ein wichtiger erster Schritt, um Schüchternheit zu verstehen – und liebevoll mit ihr umzugehen. Wege zu einem neuen Umgang mit Schüchternheit Die gute Nachricht ist: Schüchternheit lässt sich verändern. Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt kannst du üben, dir mehr zuzutrauen und mutiger zu werden – wie ein Muskel, der mit jedem Training stärker wird. Annehmen statt bekämpfen Sieh deine Schüchternheit nicht als Feind, sondern als einen Teil von dir, der dich schützen will. Wenn du sie akzeptierst, verliert sie oft schon an Schärfe.   Raus aus der Vermeidung Du kennst die Situationen, die dich fordern. Gehe bewusst kleine Schritte auf sie zu, statt sie zu umgehen.   Kleine Dosen, große Wirkung Du musst nicht gleich ins Rampenlicht. Wähle Herausforderungen, die dich sanft dehnen, ohne dich zu überfordern. Wenn du beispielsweise üben willst, Leute anzusprechen, frage jemanden nach dem Weg. Wenn du Smalltalk-Situationen üben möchtest, such dir erstmal Einzelpersonen statt auf die große Gruppe zuzusteuern.   Neue innere Sätze Entwickle unterstützende Glaubenssätze wie „Ich darf erröten und trotzdem weitersprechen“ oder „Ich bin liebenswert, auch wenn meine Hände zittern“.   Feiere Erfolge Notiere jeden Tag kleine Fortschritte in einem „Erfolgstagebuch“.   Sei freundlich und nachsichtig mit dir Sprich mit dir so, wie du mit einer guten Freundin oder einem guten Freund sprechen würdest. Besonders dann, wenn etwas nicht klappt.   Wenn Schüchternheit zur sozialen Phobie wird Manchmal ist Schüchternheit einfach nur ein Teil unserer Persönlichkeit – ein leiserer Zug, der uns ausmacht. Doch wenn die Angst vor Bewertung oder Ablehnung sehr stark wird und zu einem dauerhaften Leidensdruck führt, kann daraus eine soziale Phobie entstehen. Soziale Phobie ist eine psychische Störung . Sie geht oft mit einer intensiven Angst vor sozialen Kontakten einher – aus Sorge, sich zu blamieren, unangenehm aufzufallen oder negativ beurteilt zu werden. Körperliche Symptome wie Herzklopfen, Zittern oder Schweißausbrüche verstärken die Angst noch, weil sie oft als „sichtbares Versagen“ empfunden werden. Manche Betroffene ziehen sich immer mehr zurück, meiden Gespräche, sagen Einladungen ab – und geraten so in eine Art selbst verstärkende Isolation. Wenn du unsicher bist, ob du „nur“ schüchtern bist oder ob es schon in den Bereich einer sozialen Phobie geht, gilt: Scheue dich nicht, Unterstützung zu suchen . Ein geschulter Blick von außen kann helfen, klarer zu sehen und gezielt Schritte zu gehen, die dir Erleichterung bringen. Gehemmtheit und Ängstlichkeit Gehemmtheit beschreibt ein Verhalten, das geprägt ist von Zurückhaltung, Zögern oder übermäßiger Vorsicht . Ängstlichkeit ist eher ein innerer Zustand – eine emotionale Reaktion, die sich oft auch körperlich zeigt: durch Muskelanspannung, Nervosität oder Herzklopfen. Beides kann aus frühen Erfahrungen, der Erziehung oder inneren Glaubenssätzen entstehen. Typische Folgen sind : ·        Entscheidungsunfähigkeit ·        Rückzug aus neuen Situationen ·        Passivität, um mögliche Risiken zu vermeiden Sanfte Unterstützungsmöglichkeiten Wenn du das Gefühl hast, dass dich deine Ängstlichkeit stark einschränkt, gibt es Wege, wieder mehr Sicherheit und Bewegungsfreiheit zu gewinnen: Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation helfen, körperliche Symptome zu regulieren. Achtsamkeitsübungen unterstützen dich dabei, im Moment zu bleiben und nicht in gedankliche Negativspiralen abzurutschen. Coaching oder Therapie kann dich begleiten, deine inneren Ressourcen zu entdecken, deine Entscheidungen klarer zu treffen und dich selbst in herausfordernden Situationen zu stärken. Du musst diesen Weg nicht allein gehen – Unterstützung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein mutiger Schritt hin zu mehr innerer Freiheit. Hochsensibilität – wenn deine Sinne feiner wahrnehmen Hochsensibilität ist keine Modeerscheinung, sondern eine angeborene Eigenschaft. Sie bedeutet, dass dein Nervensystem Reize – ob Geräusche, Stimmungen oder Gerüche – intensiver aufnimmt und tiefer verarbeitet als bei den meisten Menschen. Das kann wunderschön sein: Du erlebst Details, die anderen entgehen, spürst Stimmungen sehr genau, kannst dich in andere Menschen einfühlen. Gleichzeitig kann es emotional und körperlich anstrengend werden, wenn die Reize zu zahlreich oder zu stark sind. Der Begriff „Highly Sensitive Person“ (HSP) wurde in den 1990er-Jahren von der Psychologin Elaine Aron geprägt. Sie bezeichnete die Eigenschaft „Sensory Processing Sensitivity“ (SPS) als prägendes, angeborenes Merkmal, über das rund 15-20% der Menschen verfügen. Hochsensible Menschen können sowohl introvertiert als auch extravertiert sein – Hochsensibilität ist also nicht dasselbe wie Introversion. Studien zeigen, dass rund ein Drittel der Hochsensiblen extravertiert ist.   Typische Anzeichen von Hochsensibilität Reizüberflutung & Überstimulation Erschöpfung nach Meetings, Großraumbüros, Feiern oder Reisen Konzentrationsprobleme bei Lärm oder Hektik Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Herzrasen, Anspannung   Emotionale Tiefe & Empathie Intensives „Mitfühlen“ mit anderen Schwierigkeiten, dich abzugrenzen – vor allem bei Konflikten oder Trauer Tendenz zu Selbstzweifeln oder innerem Grübeln   Geringere Stressresistenz Überforderung bei Zeitdruck, Multitasking oder Leistungsdruck Probleme mit spontanen Veränderungen und Unsicherheiten schnelleres Erreichen der Belastungsgrenze   Selbstkritik & Perfektionismus Hohe Ansprüche an dich selbst Häufiges Grübeln über vermeintliche Fehler Angst vor Kritik oder Bewertung Soziale Herausforderungen Überforderung durch Small Talk oder große Gruppen Missverstanden werden („zu sensibel“, „zu emotional“) Rückzugsbedürfnis wird fälschlich als Desinteresse gedeutet   Schwierigkeit beim Abgrenzen & „Nein“-Sagen Überanpassung aus Rücksichtnahme oder Harmoniebedürfnis Zu wenig Raum für deine eigenen Bedürfnisse Gefühl des „Ausgeliefertseins“ in sozialen oder beruflichen Situationen   Digitale Reizüberflutung Unruhe, Nervosität oder Schlafprobleme nach langer Bildschirmzeit Sehnsucht nach Digital Detox oder bewusster Stille Innere Unruhe durch Dauerkommunikation   Nicht alle hochsensiblen Menschen erleben alle diese Punkte. Aber vielleicht erkennst du dich in einigen davon wieder – und kannst dadurch beginnen, liebevoller mit dir umzugehen. Reflexionsübung – Meine Reizlandkarte Nimm dir ein Blatt Papier und zeichne einen Kreis. Schreibe hinein oder drum herum alle Reize, die dich im Alltag stressen – Geräusche, Licht, Menschenmengen, Gerüche. Was davon kannst du beeinflussen? Welche Strategien hast du, um dich zu regulieren? Wo möchtest du bewusster Grenzen setzen? Schon allein diese Bestandsaufnahme kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen und gezielter für dich zu sorgen. Außerdem verlinke ich dir hier gerne die Seite von Elaine Aron, über die du einen computergestützten Online-Test erhalten kannst: www.HSPerson.com   Wie du Hochsensibilität als Stärke leben kannst Selbstakzeptanz. Wenn du dir sagen kannst: „So bin ich – und das ist gut so“ , fällt es leichter, deine Sensibilität als Gabe zu sehen. Hochsensibilität bringt wertvolle Eigenschaften mit sich – Kreativität, Empathie, Werteorientierung. Alles Qualitäten, die in unserer Welt dringend gebraucht werden. Nutze deine Ressourcen bewusst: Stille, Spaziergänge, Musik, Atempausen. Trainiere deine Wahrnehmungssteuerung : Lasse bestimmte Reize bewusst zu und reduziere sie wieder, um dein persönliches Wohlfühlmaß zu finden. Beobachte dich selbst : „Wie fühle ich mich an bestimmten Orten oder mit bestimmten Menschen?“ Passe deinen Alltag an : Plane Pausen, gönne dir Rückzugszeiten, setze klare Grenzen. Verwende mentale Anker : „Ich bin sicher, auch wenn es um mich herum laut ist.“ Finde körperorientierte Methoden zur Beruhigung, z. B. bewusstes, tiefes Atmen. Hochsensibilität ist kein Hindernis – sie ist ein Geschenk. Die Kunst besteht darin, deine feinen Sinne zu schützen, ohne sie zu verschließen. Takeaway – für dich zum Mitnehmen Wenn du dich früher gefragt hast: bin ich introvertiert, schüchtern oder hochsensibel? Introversion , Schüchternheit und Hochsensibilität sind keine Mängel, die „behoben“ werden müssen. Sie sind Ausdruck deiner Persönlichkeit – Facetten, die dich einzigartig machen. Die Unterscheidung dieser Begriffe ist keine akademische Spielerei, sondern eine Einladung, dich selbst (und andere) besser zu verstehen. Nicht jede Schüchternheit braucht Therapie. Nicht jede Hochsensibilität muss „reduziert“ werden. Aber jedes Verhalten verdient es, verstanden zu werden. Wenn du beginnst, dich so anzunehmen, wie du bist, verändern sich auch die Worte, mit denen du dich beschreibst. Plötzlich kann „ auf die leise Weise “ oder „feinfühlig“ etwas Positives sein – etwas, das dich ausmacht. Wenn du merkst, dass dich Schüchternheit zu stark einschränkt oder Hochsensibilität dich überfordert, dann gibt es heute viele Wege, um damit umgehen zu können. Wichtig ist, dass du dich mit Menschen umgibst, die dich bestärken – und dir den Mut geben, deinen eigenen Weg zu gehen. Wenn du auf diesem Weg Unterstützung suchst, begleite ich dich gern . Manchmal reicht schon ein neutraler Blick von außen , um neue Perspektiven zu öffnen und Stärken sichtbar zu machen, die du selbst vielleicht kaum noch wahrnimmst. „Sich selbst treu zu sein in einer Welt, die ständig versucht, aus dir etwas anderes zu machen, ist die größte Leistung.“ – Ralph Waldo Emerson

  • Raus geworfen aus der inneren Mitte? Stressauslöser verstehen und ihnen begegnen

    Du bist längst erwachsen und stehst voll im Leben, doch plötzlich fühlst du dich wieder klein und unfähig. In diesem Beitrag erfährst du, warum ein einziger Blick dich von einer Sekunde auf die nächste aus der Bahn schmeißen kann und wie du dem erfolgreich begegnest. Schlagartig war ich wieder 4 Jahre alt, fühlte mich klein, hilflos, unfähig und innerlich erstarrt. Es war nur ein Wort gewesen , das mich erwischt und ausgelöst hatte, dass mir heiß und kalt wurde. Innerlich war aus der eben noch starken, fröhlichen 51-jährigen Frau ein kleines, schüchternes Mädchen geworden, das am liebsten im Erdboden versinken oder die Decke über sich zusammenschlagen wollte. Äußerlich bekam von dem widersprüchlichen emotionalen Chaos, das in mir tobte, keiner etwas mit. Ich war gut darin, die Fassade zu halten. Meine Unsicherheit umschiffte ich mit verbaler Stärke und Eloquenz. Das half mir in Situationen und Kontexten, in denen es auf Leistungsfähigkeit und Funktionstüchtigkeit ankommt, gut zu funktionieren. Wieviel Kraft es kostet, wenn dies zu häufig und regelmäßig passiert, wurde mir erst viel später klar. Welcher Mechanismus steckt hinter der automatisierten Reaktion? Es ist ein mehrstufiger Mechanismus, der im Nervensystem beginnt. Ein äußeres Signal hatte schlagartig zu Stress in meinem Nervensystem geführt. In der Traumatologie spricht man von sogenannten Triggern , die auslösen, dass man ungewollt und unbewusst in Zustände von Unsicherheit, Angst oder sogar Panik gerät. Das passiert auf der Körperebene. Unser Körpergedächtnis hat aufgrund gemachter Erfahrungen viele Emotionen abgespeichert. Nicht immer ist uns klar bewusst, wie es zu bestimmten Handlungen und Reaktionen kommt. Auslöser können Worte, Geräusche, Gesten, Gerüche sein. Das Hochziehen einer Augenbraue oder ein einziger kritischer Blick ist in der Lage, das Nervensystem zu erschüttern. Auf diese Erschütterung reagieren wir mit einem Verhaltensmuster , das wir früh entwickelt haben, um der angstauslösenden, als übermächtig erlebten Situation zu begegnen. Man spricht hierbei von Bewältigungs- oder Copingstrategien. Nicht immer müssen große traumatische Erlebnisse ursächlich sein. Manchmal sind es scheinbar unauffällige Kleinigkeiten, die dazu geführt haben, dass eine Situation früher als „überwältigend“ empfunden wurde. Das Gehirn unterscheidet hier nicht, unser Nervensystem versucht uns in jedem Fall zu schützen. Es ist vom Grundsatz her darauf ausgelegt, dass es uns gut geht und wir uns in einem ruhigen, ausgeglichenen Zustand befinden. Wenn ein äußerer Reiz das Signal „Stress, Überforderung, Hilflosigkeit“ auslöst, wir also getriggert werden, verfallen wir automatisch in die gelernten Reaktionsmuster , die uns früher geholfen haben, in diesen Situationen gut zu funktionieren. Diese Reaktionsmuster speisen sich aus zwei uralten, in unserem Stammhirn/Reptilienhirn verankerten Mechanismen: entweder wird es hochgefahren, wir gehen übermäßig in die Aktion und mobilisieren alles, was geht (Kampf- oder Fluchtmodus), oder wir fahren völlig runter und gehen in eine Art inneren Fluchtmodus, inneren Rückzug oder Erstarrung, so wie im oben beschriebenen Beispiel. Welche Muster ein Mensch im Laufe seines Lebens entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. So können Geschwister aufgrund unterschiedlicher Persönlichkeitsstrukturen und Empfindsamkeiten für dieselbe erlebte Situation, die beide als belastend erlebt haben, völlig unterschiedliche Bewältigungsstrategien entwickeln haben. Was genau ist so anstrengend daran? Auf körperlicher Ebene kommt es bei Stress zu einem Anstieg der Hormone Cortisol bzw. Noradrenalin und Adrenalin. Dies ist eigentlich eine sinnvolle Reaktion unseres Körpers, um mit lebensbedrohlichen Situationen umzugehen und die Leistungsfähigkeit in kurzer Zeit zu steigern. Wenn der Stress jedoch zum Dauerzustand wird, führt die anhaltende Adrenalinausschüttung zu erhöhtem Blutdruck. Die Hormone verschwinden nicht. Bei Dauerstress schädigt der erhöhte Blutdruck die Gefäße, die Gefahr eines Herzinfarkts steigt. Die Verdauung wird gestört und das Immunsystem geschwächt. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann es unter anderem zu Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden (Reizdarm, Magenschleimhautentzündungen), Müdigkeit, Kopfschmerzen kommen. Neben den körperlichen Symptomen zeigen sich psychische Symptome . Dadurch, dass die Person keine Kontrolle über ihre Reaktionen (z.B. Rotwerden, Schwitzen) hat, entstehen Scham- und Schuldgefühle, die sich noch durch Selbstvorwürfe verstärken können. Das macht inneren Druck. Nach außen will aber die Fassade von Stärke und Funktionalität gewahrt werden, z.B. in Arbeitskontexten, aber auch in Familiensystemen, in denen Prestige und Ansehen zählen. Warum es gut tut, Stressauslöser zu identifizieren? Gibt es keine Entlastungsmöglichkeit für diesen Druck, kommt es zu einem Konflikt zwischen innen und außen. Um sich von den negativen Gefühlen zu befreien, stürzen sich Menschen ins Tun. Sie haben erfahren, dass sie von außen positive Bestätigung erfahren, wenn sie erfolgreich funktionieren. Sie erhalten Lob und Anerkennung für ihre Leistung – und das tut gut. Aber dadurch, dass ihre inneren Sorgen und Nöte nicht gesehen werden, können sie nicht authentisch sein. Und je weniger authentisch jemand ist, desto fremdbestimmter fühlt er sich. Das wiederum hat Einfluss auf die Wertschätzung für das eigene Tun und das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Wenn diese fehlen, geht der Sinn für das eigene Leben verloren. Man erschöpft an den Herausforderungen des Alltags. Gefühle wie Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefertsein sind die Folge. Schwächen zuzulassen kann deshalb nicht nur entlastend wirken, sondern einen wieder zu sich selbst führen. Und das ist wichtig, um langfristig gesund zu bleiben. Wo stehst du gerade? Kommen dir Sätze wie „ Ich werde gelebt“ – statt – „Ich lebe mein Leben“ , bekannt vor? Wenn du dir auf deinem Weg Unterstützung wünschst, schreib mir gerne eine Nachricht und wir vereinbaren ein kostenloses 30-minütiges Erstgespräch. Hier findet du erste Infos zu den Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. 4 Möglichkeiten, wie du dich ab sofort selber in deiner inneren Mitte stärken kannst: 1. Werde zur Spürnase und lerne dich besser kennen Finde heraus, was der aktuelle Auslöser für deine Krise war. Identifiziere, was genau das Gefühl in dir ausgelöst hat. Dafür gehst du die Situation am besten noch einmal Stück für Stück in Gedanken durch. Was war das Wort oder die Geste, mit der du so stark in Resonanz gegangen bist? Woher kennst du das möglicherweise aus der Vergangenheit? Schreib es auf. Wenn du dies öfter tust, wirst du Muster erkennen und kannst dich besser auf diese Situationen vorbereiten. Wenn du dafür eine Vorlage von mir erhalten möchtest, maile mir gerne. 2. Schaffe dir einen ruhigen Raum und öffne dich deiner Verletzlichkeit In einer Welt, in der Versagensangst den meisten Menschen zur zweiten Natur geworden ist, erscheint Verletzlichkeit als gefährlich. Doch Verletzlichkeit zuzulassen, ist die Voraussetzung dafür, dass Zugehörigkeit und Freude entstehen können. Es müssen nicht die Menschen sein, mit denen du dich täglich umgibst, denen du dich zuerst mit deiner Verletzlichkeit zeigst. Manchmal neigen gerade diese Menschen, weil sie dich so gut zu kennen meinen, dazu, mit dir eine schnelle Lösung zu entwickeln oder dir Ratschläge zu geben. Ein ruhiges Gespräch mit einer wohlwollenen Person, die dir eigentlich „fremder“ ist, ist manchmal einfacher und frei von Druck. Überlege einmal, wer diese Person sein könnte. 3. Gib dir Zeit und sei nachsichtig mit dir Fühlen braucht Zeit. Unsere Seelen sind Fußgänger, sie rennen nicht. Wenn du bewusst oder unbewusst beschlossen hattest, deine Gefühle für eine bestimmte Zeit wegzupacken, braucht es Zeit, um sie wieder zuzulassen. Sei nachsichtig mit dir und feiere jeden winzig kleinen Moment, in dem du etwas wirklich FÜHLST. 4. Sinn ist der, den du ihm gibst Der kanadische Gestalttherapeut Victor Levant hat einmal gesagt: „Für mich gibt es im Universum nur den Sinn, den jedes Individuum ihm gibt.“ Was du als Sinn und sinnvoll empfindest und worin du einen Sinn sehen kannst, hängt ab von deinen Werten, deinem kulturellen und sozialen Umfeld, in dem du groß geworden bist. Es ist also sehr subjektiv. Mögliche Formen, die du ausprobieren kannst, um dein Leben wieder in einen Sinnzusammenhang einzubetten – wenn du es dir erlaubst - könntest du finden in: Spiritualität (Religion, Yoga, Meditation) Kunst (Musik oder Malen kennen kein "Richtig oder Falsch") Natur (achte auf die kleinen Details, eine Blüte, ein Blatt, die satten oder sanften Farben. Höre bewusst die Geräusche, wenn du durch den Wald gehst. Richte deine Aufmerksamkeit darauf und nimm sie wahr.

  • Aufbruch ins Neue - vom Träumen, Wünschen, Ziele setzen und Serendipity

    Wie bist du ins neue Jahr gestartet? Hast du dich auf neue Vorhaben gefreut oder kroch in dir die Skepsis hoch, wenn du von den Zielen anderer gehört hast, weil du überzeugt bist, dass es mit den guten Vorsätzen spätestens im Februar wieder vorbei ist? In diesem Beitrag erfährst du, warum es wichtig ist, das Träumen nie zu verlernen und was es braucht, um den Aufbruch ins Neue zu wagen. Die Sehnsucht nach etwas Neuem, Anderem hat den Charakter einer treibenden Kraft, vielleicht auch einer Sinn-Suche. Wenn ich Sehnsucht nach etwas habe, hilft mir das beim Loslassen von Altem und schafft die Möglichkeit für einen Neubeginn . Im Wünschen steckt mein „Warum“. Wenn ich Wünsche umsetze, fühle ich mich glücklicher und lebendiger. Menschen, die mit Begeisterung von ihren Herzenswünschen sprechen und diese ausleben, kann man eine große Lebendigkeit anmerken.   Was braucht es zum Wünschen und Träumen? Grundsätzlich ist uns das Wünschen und Wollen angeboren, es steckt in unserem Inneren. Wie Barbara Sher (US-amerikanische Autorin und Coach, 1935-2020) sagte: „Um unseren Wunschvorstellungen Flügel zu verleihen, müssen wir nichts Neues lernen, sondern uns eher etwas „abeignen“: den wie ein Fluch über uns lastenden Spruch „Es wird ja doch nichts“ oder das schwere Gepäck einer Enttäuschung, das wir mit uns herumtragen, wenn wir bereits versucht haben, einen Trau m zu verw irklichen und dabei gescheitert sind.“ Deswegen erfordert das (Wieder-) Erkennen von Wünschen und Träumen zuweilen Mut. Den Mut, lange verborgene Bedürfnisse freizulegen oder sich ihrer wieder bewusst zu werden. Ein Visionboard ist eine gute Möglichkeit, die Vision deines Lebens sichtbar zu machen. Dein Visionboard kann deine ganz persönliche Projektionsfläche für Träume, Wünsche und Ziele sein, die dadurch greifbar, fühlbar und konkret werden. Dies geschieht intuitiv durch die Kraft deines Unterbewusstseins und nicht kopfgesteuert. Das einzige, was du dafür brauchst, ist kreative, kindliche Neugier – denn wie gesagt, das Wünschen ist uns angeboren.   Aufbruch ins Neue: Ziele setzen Um vom Traumwunsch zur Umsetzung zu kommen, braucht es Strategien, praktische Techniken, einen Plan und innere Entschlossenheit, um dranzubleiben und Hürden bei der Umsetzung zu überwinden. Und es braucht Ziele. Während Wünsche häufig mit Gefühlen verbunden sind, hat man es beim Ziele setzen mit Fakten zu tun. Ziele sind konkret und messbar. Auch das Ziel, eine Veränderung der Einstellung zu schaffen oder Eigenschaften zu akzeptieren, die ich lange an mir abgelehnt habe, sind insoweit konkret, als dass sich Veränderungen von Gedanken manifestieren, wenn ich sie lange genug einübe. Ich kenne wenige Menschen, die sagen, sie hätten nie Ziele gehabt, alles habe sich einfach so gefügt. Für viele andere sind Ziele ein grundlegender Bestandteil ihres Lebensentwurfs. Wenn man sein Ziel klar vor Augen hat und seine Kompassnadel danach ausrichtet, gibt das innere Ruhe und Zufriedenheit und gleichzeitig die Motivation dafür, ins Tun zu kommen.   Ziele leben Wie groß oder klein die Ziele sind, ob sie nacheinander, gleichzeitig oder abwechselnd gelebt, in Haupt- und Nebenziele unterteilt werden, das ist individuell zu bestimmen und hängt ab von den jeweiligen Lebensumständen. Es ist möglich, mehrere Interessen zu einem einzigen Ziel z.B. beruflicher Natur zu verbinden. Ebenso können bestimmte Zeitspannen im Leben oder in einem Jahr für unterschiedliche Interessen reserviert werden. Ziele können und dürfen sich im Laufe des Lebens ändern. Perspektiven und Prioritäten verändern sich und damit auch Lebensplan und Ziele. Manches lässt sich nicht sofort erzwingen, sondern braucht Zeit, Reifung und Geduld. Es tut gut, dass du regelmäßig deinen Lebensplan überprüfst und dir bewusst machst, dass du das vor dir liegende Leben nach deinen Wünschen formen darfst und dass du dich dann auch traust, den ersten Schritt in Richtung deines neuen Wunschlebens zu gehen.   Serendipity – ungeplantes Glücksgefühl Gleichzeitig waren es oft Zufälle, die im Laufe der Weltgeschichte die Menschheit bereichert haben. Die spontane Entdeckung Amerikas, die der Wirkung von Penicillin oder der Teflonpfanne als Nebenprodukt der Weltraumforschung. Serendipity ist das Wort für jenes Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man etwas Schönes und Interessantes findet, das man gar nicht bewusst gesucht hat. Es beschreibt die Kunst, durch Zufall und scheinbar unbeabsichtigte Beobachtungen auf unerwartete Erkenntnisse oder Lösungen zu stoßen. Serendipity unterstreicht die Bedeutung von Offenheit für Neues, Flexibilität im Denken und die Fähigkeit, aus scheinbaren Zufällen Nutzen zu ziehen. Geht also bei aller Planung mit einer spontanen Offenheit für Neues durchs Leben und bleibt empfänglich für zufällige Beobachtungen, um Serendipity in vollem Umfang ausschöpfen zu können.   Fazit Der Beginn jedes Jahres lädt uns ein, zu reflektieren, wo wir zwischen Wünschen, Träumen und Zielerreichung stehen. Fühlt euch ermutigt, euch die Fähigkeit zum Träumen und Wünschen zu erhalten oder wieder zu erlernen. Die Sehnsucht nach Neuem wirkt als treibende Kraft. Sie ermöglicht das Loslassen von Altem und eröffnet Raum für Neubeginn. Wünschen und Träumen erlauben verleihen Glück und Lebendigkeit. Gleichzeitig erfordert das (Wieder-) Erkennen von Bedürfnissen Mut und Rebellion gegenüber alten Enttäuschungen und dem Glaubenssatz „Es wird ja doch nichts.“ Ziele sind der Schlüssel, um Träume in greifbare Realität zu verwandeln. Groß oder klein, sie sind der Kompass, der uns motiviert und innere Ruhe schenkt. Ziele können sich ändern, Veränderungen brauchen Zeit, und ein regelmäßiges Überprüfen des Lebensplans ist wichtig. Lebe nach deinen Wünschen, sei mutig auf dem Weg ins Neue und bleib bei alldem dennoch offen für die spontanen, unbeabsichtigten Entdeckungen des Lebens: Serendipity!   Wenn du findest, dass genau jetzt der Moment gekommen ist, um deine Träume Realität werden zu lassen und du dabei Unterstützung brauchst, buche jetzt ein kostenfreies, unverbindliches Kennenlerngespräch . Ich freue mich, mit dir die ersten gemeinsamen Schritte zu gehen!

  • Wege aus der Einsamkeit - wie du dich verorten kannst, wenn du dich verloren fühlst

    Edward Hopper gilt als Künstler der Einsamkeit. Auch wenn viele Maler, Songwriter, Filmemacher sich dem Thema in unterschiedlichen Facetten gewidmet haben, verkörpern Hoppers Bilder „isolierte Menschen“ und „Einsamkeit“ in unnachahmlicher Klarheit. Häuser haben keine Türen, an den Tankstellen gibt es keine Autos, Menschen und Szenen wirken abgekapselt. Trotz teilweise kräftiger Farben liegt über den Bildern Schwermut und Kühle, sie wirken stumm und still. Sie zeigen eine innere und äußere Welt der Protagonisten. Worte braucht es dafür nicht. "If you could say it in words, there would be no reason to paint“. So ist es wohl mit der Einsamkeit. Sie in Worten auszusprechen fällt nicht nur schwer, sondern scheint das Gefühl der Isolation noch zu verstärken. Warum ist das so? Heimlich einsam aus Scham und Schuld Das vermeintliche Bild von Einsamkeit wird verbunden mit Traurigkeit, Zurückgezogenheit, Verschlossenheit. Jemand, der alleine da steht, wird schnell mitleidig betrachtet, obwohl Alleinsein nicht zwangsläufig bedeutet, auch einsam zu sein. Einsamkeit hat viele Gesichter und ist nicht immer von außen erkennbar.   Sie kann lachend, quirlig, (übertrieben) fröhlich, unsortiert, vorsichtig, misstrauisch und unleidlich daherkommen. Keiner der Menschen in meinem täglichen Umfeld hätte mich damals als einsamen Menschen beschrieben. Ich war umgeben von Freunden, spielte Tennis, war am Wochenende ausgiebig tanzen und ständig unter Menschen. Es gab wunderbare Momente, in denen wir zusammen lachten und Spaß hatten. Und doch erlebte ich als Teenager einige meiner einsamsten Phasen und das stechende Gefühl, mit meiner Traurigkeit und Einsamkeit allein zu sein. Es war ein Schmerz, der mich innerlich auffraß. Meine Gefühle hätte ich aus Scheu, Scham oder mangelnden Worten anderen gegenüber aber nicht ausgesprochen. Ich glaubte, die Einzige zu sein, die so fühlte und dass mich keiner verstehen würde. Stattdessen tat ich das, was Wieteke van Zeil in ihrem Buch „Sieh mehr!“ beschreibt mit den Worten „Ich watete durch Aktivitäten, als ob ich strampeln müsste, um nicht im Gefühl der Einsamkeit zu ertrinken.“ Meine einzige Entlastung war mein Tagebuch, in das ich alle Zweifel und Gefühle der Unzulänglichkeit schrieb. Dadurch fühlte ich mich weniger allein.  „You can be lonely anywhere, but there is a particular flavour to the loneliness that comes from living in a city, surrounded by millions of people. (…) mere physical proximity is not enough to dispel a sense of internal isolation.“ (aus: The Lonely City, Olivia Lang) Heute, insbesondere infolge der Corona-Pandemie haben viele Medien und Initiativen breit gestreut über Einsamkeit berichtet, eigentlich dürfte keiner an dem Thema vorbei gekommen sein. Mit dem Wissen, dass jede vierte Person in Deutschland sich laut Deutschland-Barometer Depression 2023 sehr einsam fühlt und alte sowie junge Menschen gleichermaßen betroffen sind, dürfte keiner mehr Hemmungen haben, sich "zu outen" und offen über seine Gefühle zu sprechen. Doch nach wie vor bleiben Menschen mit ihrem Schmerz eher alleine als sich in ihrer Bedürftigkeit zu zeigen. "Nicht dazu zu gehören“ tut weh und sozial gut eingebunden zu sein, ist hoch angesehen. Das haben wir früh gelernt. Mit dem Gefühl der Einsamkeit gehen tiefe Scham und Verletzbarkeit einher. Oft kommt noch das Gefühl hinzu, selbst Schuld zu sein an diesem Zustand. Was dann entstehen kann, ist ein sich selbst verstärkender Teufelskreis. Es kommt zu einer verzerrten Wahrnehmung, soziale Situationen werden zunehmend als bedrohlich wahrgenommen, in der Folge werden soziale Situationen vermieden. Dauert dieser Zustand länger als zwei Jahre an, spricht man von chronischer Einsamkeit, in der sich Menschen immer weiter abkapseln und sozial isolieren. So entsteht der Teufelskreis aus Gedanken und Verhalten: Negatives Selbstbild → Negative Gedanken  („Ich vertraue Menschen nicht“, „Menschen mögen mich nicht“, „Sie werden mich nie mögen“, „Deshalb mag ich keine Menschen“, „Da bleib ich lieber allein“) →  Rückzug → Verschlimmerung Im Kern geht es darum, sich verbunden zu fühlen Das Gefühl von Einsamkeit lässt sich nicht wegdenken oder umpolen, es existiert nun mal. Hilfreich ist aber zu verstehen, dass Einsamkeit gleichzeitig ein Bedürfnis ausdrückt. Das Bedürfnis, uns als soziale Wesen mit anderen verbunden zu fühlen. Wir möchten Beziehungen erleben zu Menschen, von denen wir uns gesehen fühlen und von denen wir verstanden werden. Das gibt unserem Leben eine Sinnhaftigkeit. Wie wir Verbundenheit fühlen und erleben, hängt von unserer Persönlichkeit sowie unserer kulturellen und familiären Prägung ab. Egal ob wir einen ruhigen Spaziergang und intensive Gespräche mit einer einzigen Person oder eine Party mit vielen Menschen vorziehen: wenn ich das Gefühl habe, dass ich mich meine inneren Bedürfnisse mit anderen teile, fühle ich mich verbunden. Werden aber meine Wünsche und Sehnsüchte nicht erfüllt und ich habe das Gefüh, dort, wo ich bin, „irgendwie nicht reinzupassen“ fühle ich mich isoliert und spüre die Trauer des Getrenntseins. Wie sieht deine persönliche Facette der Einsamkeit aus? Auch wenn es zunächst nach "Schubladen" klingt, kann es helfen, den Begriff „Einsamkeit“ differenzierter zu betrachten und von anderen ähnlichen Phänomenen abzugrenzen. Dadurch gelingt es dir möglicherweise besser, deine persönliche Situation einzusortieren und bewusst anzugehen. Das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE), das sich mit den Ursachen, Erlebensweisen und Folgen von Einsamkeit auseinandersetzt, unterscheidet die drei wissenschaftlichen Definitionen: Existentielle Einsamkeit: eine unerträgliche Leere, Traurigkeit und Sehnsucht, die aus der grundsätzlichen Entfremdung von anderen Menschen und dem Leben an sich kommt. Einsamkeit als Folge unerfüllter sozialer Bedürfnisse : basiert auf der Grundannahme, dass das Grundbedürfnis von Menschen nach sozialen Bindungen zu anderen ein psychologisches Grundbedürfnis ist, weil sie am besten in der Gruppe überlebten. Bleibt dieses unbefriedigt, wird es als negativ und schmerzhaft wahrgenommen. Einsamkeit als unerfüllte soziale Erwartungen : bezieht sich auf das Netzwerk von sozialen Beziehungen einer Person. Die Einsamkeit entsteht dann, wenn dieses Netzwerk als mangelhaft wahrgenommen wird, d.h. wenn die tatsächlichen Beziehungen nicht den gewünschten Beziehungen entsprechen. Entsprechend der Beziehungsformen und Lebensbereiche lässt sich weiter unterscheiden: Emotionale Einsamkeit , d.h. wir fühlen zu wenig emotionale Unterstützung und vermissen jemanden, der unsere Gefühle oder emotionalen Bedürfnisse versteht oder erfüllt. Soziale Einsamkeit , d.h. wir fühlen uns ausgeschlossen oder abgeschnitten von sozialen Gruppen. Wir wünschen uns mehr Kontakt und Interaktion mit unseren Mitmenschen. Kollektive Einsamkeit , d.h. das Gefühl, sich nicht zugehörig oder fehl am Platz zu fühlen zu einer größeren Gruppe, Gemeinschaft, Gesellschaft oder Nation. Technologische Einsamkeit , die sich mit der fortschreitenden Digitalisierung entwickeln kann, indem ein Mangel an echten, persönlichen Aktionen fehlt. Nur was uns bewusst ist, können wir verändern. Reflexions-Gedanke Überlege auf Basis der dargestellten Facetten von Einsamkeit, in welcher Beziehung und in welchen Situationen du dich einsam fühlst. Hier ein paar Beispiele von Menschen, die sich auf unterschiedliche Art und aus unterschiedlichen Gründen "einsam" fühlen.: eine glücklich verheiratete Person wünscht sich mehr Freunde, mit denen sie unterschiedliche Dinge unternehmen kann eine Person mit vielen Bekanntschaften trägt einen unerfüllten Wunsch nach einer besonders engen, vertrauensvollen Beziehung hegen, mit der sie Themen in der Tiefe besprechen kann eine Person, die real und digital gut vernetzt ist, hat Whats App Nachrichten anfänglich als Stärken der Freundschaft empfunden, vermisst jetzt Real-Life Kontakt eine Person, die zuhause ruhig und zufrieden ist, denkt in Situationen am Arbeitsplatz, dass "sie nicht dazu gehört“ oder „außen vor“ ist, zuweilen fühlt sie sich gemobbt Ähnliche Symptome, aber nicht das gleiche Depression und soziale Phobie Einsamkeit ist keine psychische Erkrankung und es gibt keine allgemein akzeptierten Diagnosekriterien. Einsamkeit kann aber sowohl ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen als auch die Folge davon sein. Einige Merkmale von Einsamkeit treten auch bei bestimmten psychischen Störungen auf. So könnten Gefühlszustände wie Traurigkeit, Depression oder Leere auch Symptome einer d epressiven Episode sein. Auf der Ebene der Symptome sind Einsamkeit und Depression aber nicht dasselbe. Der für Einsamkeit entscheidende Faktor – die Diskrepanz zwischen gewünschten und bestehenden sozialen Beziehungen – spielt bei der Diagnose depressiver Störungen keine Rolle. Menschen können sich sehr einsam fühlen und darunter leiden, ohne die Diagnosekriterien einer Depression zu erfüllen. Umgekehrt können Menschen unter depressiven Störungen leiden, ohne sich einsam zu fühlen. Einsamkeit hat auch Gemeinsamkeiten mit sozialer Phobie . Soziale Phobie ist eine ausgeprägte Furcht vor sozialen Situationen, in denen man negativ von anderen bewertet werden könnte und die daher vermieden werden. Die Vermeidung sozialer Situationen ist eine Verhaltensweise, die auch bei chronisch einsamen Menschen beobachtet wird. Trotzdem handelt es sich um unterschiedliche Phänomene: Ein zentrales Merkmal von Einsamkeit ist eine Unzufriedenheit mit der Qualität und Anzahl der bestehenden sozialen Beziehungen, was bei der sozialen Phobie keine Rolle spielt. Umgekehrt ist das zentrale Merkmal der sozialen Phobie die ausgeprägte Angst vor der negativen Beurteilung durch andere Menschen. Einsame Menschen empfinden diese Situationen nicht unbedingt als angenehm, erleben sie aber nicht zwangsläufig als furchteinflößend. Das Gute im Schlechten: Einsamkeit ist ein Weckruf Wenn wir Einsamkeit als Grundbedürfnis verstehen, dann hat die Nicht-Erfüllung dieses Grundbedürfnisses einen starken Aufforderungscharakter. Einsamkeitsgefühle sind, genau wie Schmerz oder Hunger, ein Alarmsignal, das darauf hinweist, dass es etwas nicht stimmt und Menschen motiviert, den negativen Zustand aktiv und schnellstmöglich zu beenden. Beispielsweise hat jugendliche Einsamkeit einen wichtigen entwicklungspsychologischen Sinn: Der emotionale Bezugspunkt der Eltern muss wegbrechen, damit ein Jugendlicher sich von zu Hause löst und neue wichtige Beziehungen außerhalb seines Elternhauses sucht. Für eine Person, die situationsbedingt unter Einsamkeit leidet, weil sie die Partnerin / den Partner durch Tod oder Trennung verloren hat, tut gut daran, sich nach gewisser Zeit wieder stärker Freunden, Bekannten und der Familie zuzuwenden. "Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt." (Alfredo Le Mont) Was du tun kannst? Die gute Nachricht ist: sich einsam zu fühlen bedeutet nicht, machtlos zu sein! Du hast es in der Hand und kannst Einfluss nehmen: Stück für Stück, Schritt für Schritt, in deinem ganz eigenen Tempo. 1. Gefühl der Einsamkeit annehmen Mach dir bewusst, dass Einsamkeit kein unüberwindbares Schicksal ist, sondern ein ganz normales Gefühl, das zum Leben dazu gehört. Dass sich Einsamkeit dabei unendlich schmerzvoll anfühlt, hat einen Grund. Wie eine Farbe, die eine Nuance zu grell ist oder ein Ton, der zu schrill klingt, bedeutet das eindringliche Signal von Einsamkeit, dass es Zeit ist, dich zu kümmern: um dich, um deine Bedürfnisse, deine Beziehungen zu anderen, deine Ideen. Nimm es als Gefühl an. Und: nur, weil du dich im Moment einsam fühlst, bedeutet es nicht, dass du für immer einsam bleiben wirst.   2. Verurteile dich nicht für das Gefühl   Solltest du dir gerade die Schuld dafür geben wollen, dass du dich in die Situation gebracht hast, in der du dich so einsam fühlst, dann streich diesen Gedanken bitte sofort wieder.  Der strafende Gedanke, „selbst Schuld zu sein“ und sich schämen zu müssen ist wenig hilfreich. Sei dir gewiss: du tust in jedem Moment immer das, was dir als das Beste erschien. Deswegen sei nachsichtig mit dir. Es gibt keinen Grund dafür, dich selber fertig zu machen.   3. Lerne, dich selbst mehr anzunehmen … und wenn es dir irgendwie möglich ist, ein kleines bisschen liebenswert zu finden. In dem Maße, in dem du dich selbst magst, werden deine Einsamkeitsgefühle abnehmen. Das lässt sich nicht von heute auf morgen herbeizaubern. Dieser Weg erfordert Ausdauer und stetige Übung. Geh ihn in deinem Tempo. Wenn du eine kleine Anleitung zur Unterstützung erhalten möchtest, schreib mir hier . Zu einer gesunden Selbstannahme gehört auch, dass du gut für dich sorgst, indem du ausreichend isst, schläfst, dich bewegst und es dir wert bist, Wohlfühl-Situationen zu schaffen. 4. Du bist in deiner Einsamkeit nicht alleine Mach dir bewusst, dass es anderen genauso geht wie dir. Du bist nicht der einzige Mensch, der sich einsam fühlt. Das macht die Lage weder besser noch schlechter. Aber vielleicht schafft es ein erstes Gefühl von mentaler Verbundenheit.   5. Innere Bestandsaufnahme Schaff dir einen geschützten, ruhigen Raum, in dem du dich selbst fragst: Wo genau fehlt mir Verbundenheit? Was genau fehlt? Was hat sich verändert, im Außen, in meiner Einstellung, in meinen Werten? Weshalb fühle ich mich nicht zugehörig? Wen oder was würde ich mir mehr in meinem Leben wünschen? Wenn du das Gefühl hast, dass dir eine Reflexion nur mit dir allein schwierig ist, melde dich bei mir . Wir schauen gemeinsam auf dein Thema und finden heraus, was du brauchtst, um in den Kontakt gehen zu können und Verbundenheit spüren zu können.        6. Raus aus der Opferrolle – rein ins Handeln Je nachdem, welche Wünsche für Veränderungen du in Schritt 5 identifiziert hast, kannst du jetzt konkrete Aktivitäten festlegen. Du brauchst die Hürde gar nicht hochzulegen. Schaffe dir kleine Projekte und setze sie um. Das steigert Stück für Stück dein Gefühl von Selbstsicherheit und Selbstwert. Nimm Kontakt zu anderen auf. Wenn du weißt, dass dir ein ausführliches Gespräch mit einer vertrauten Person guttun würde, ruf sie an. Wenn du das Gefühl hast zu vereinsamen, weil du nur wenige Menschen kennst, mit denen du etwas unternehmen kannst, wäre vielleicht ein neues Hobby oder eine ehrenamtliche Tätigkeit etwas für dich. Wenn ein Anruf dir schwerfällt, schreibst du vielleicht erstmal eine E-Mail. Wichtig ist, dass du ins Handeln kommst. Und stell an deine Umwelt keine allzu hohen Erwartungen. Auch wenn du dir wünscht, mit nur einer vertrauten Person alles teilen zu können: Gedanken, Gefühle, Aktivitäten. Ein einzelner Mensch braucht und wird nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Alles hat seine Qualität und bietet die Möglichkeit, Verbindung zu schaffen. Vielleicht musst du dich überwinden, um den ersten Schritt zu gehen. Das Losgehen ist das Wichtige!     Wenn du das Gefühl hast, dass deine Einsamkeit überwältigend ist und dich stark belastet, scheue dich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen . Melde dich  bei mir und wir schauen gemeinsam auf dein Thema. Woran liegt es, dass du nicht in den Kontakt gehen kannst? Ich helfe dir dabei, Wege zu finden, mit deinen Gefühlen umzugehen und Einsamkeit zu überwinden.   Mein Dank für das zur Verfügung stellen der Fotos geht an: Cameron Readius, Markus Spiske, Maria Orlova, cottonbro studio und die Mental Health America (MHA).

  • Wie du Loslassen lernen kannst und innere Ruhe findest – Der November als Zeit für Veränderung

    Willkommen im November – dem Monat des Wandels. Die Blätter fallen, die Natur zieht sich zurück und macht uns symbolisch vor, worum es geht: Loslassen. Diese Zeit lädt dich ein, innezuhalten und nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich loszulassen  – Gedanken, Emotionen, Beziehungen, Gewohnheiten und Dinge, die dir nicht mehr guttun. Doch während die Natur dem Loslassen ganz natürlich folgt, tun wir uns oft schwer. Warum ist das so? Warum fällt es oft so schwer, Altes gehen zu lassen? In diesem Artikel erfährst du: Warum Loslassen manchmal schwerfällt – und manchmal leicht gelingt Welche emotionalen, psychologischen und gesellschaftlichen Faktoren dich festhalten lassen Wie du in 6 Schritten aktiv Loslassen üben kannst Warum EMDR eine effektive Methode ist, um belastende Erlebnisse loszulassen Was du durch bewusstes Loslassen gewinnen kannst: Klarheit, Freiheit, inneren Frieden Warum Loslassen so schwer sein kann Viele Menschen wünschen sich mehr Leichtigkeit und eine schnellere Entschlusskraft bei der Frage: Was darf bleiben – und was soll gehen. Doch das Loslassen fällt oft schwer, weil tief verwurzelte Ängste, emotionale Bindungen oder alte Glaubenssätze uns blockieren. Hier sind einige Gründe, warum das so ist: 1. Emotionale Verbundenheit Alte Briefe und Fotos sind nicht nur Erinnerungen – sie sind eine Brücke in die Vergangenheit und Teil unserer Geschichte. Beziehungen loszulassen, fällt schwer, wenn tiefe emotionale Bindungen bestehen. Diese Verbindungen erzeugen ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit. Sie zu lösen, fühlt sich oft an wie ein Verlust, auch wenn sie uns nicht mehr guttun. 2. Angst vor Veränderung Loslassen bedeutet, Bekanntes hinter sich zu lassen – und das kann Angst machen. Vor allem für sicherheitsorientierte Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Stabilität und Kontrolle steht Loslassen im Widerspruch zu ihrem Wunsch nach Sicherheit. Was, wenn ich mich von etwas trenne, das ich später vermissen werde? Was, wenn ich eine falsche Entscheidung treffe? Was kommt danach?   3. Identität und Rolle Wir definieren uns oft über unsere Rollen – als Partner:in, Elternteil, Kind oder Freund:in. Loslassen von Beziehungen oder Rollen kann zu einer Identitätskrise führen. Man fragt sich: Wer bin ich ohne diese Person in meinem Leben? Schwierig ist es auch, wenn sich Beziehungen umkehren, wenn Kinder erwachsen oder Eltern pflegebedürftig werden. Der Verlust der ursprünglichen Dynamik kann schmerzhaft sein.   4. Prägung durch Kindheit Frühkindliche Verluste, ungeklärte Konflikte oder unerfüllte Bedürfnisse aus der Kindheit können das Loslassen erschweren. Wenn wir gelernt haben, dass Festhalten mit Schutz und Sicherheit verbunden ist, löst Loslassen physiologische Stressreaktionen aus.   5. Gesellschaftlicher Einfluss In Kulturen, in denen Besitz und Status stark betont werden, fällt es schwerer, Dinge loszulassen, da sie als Teil der Identität empfunden werden.   Wann Loslassen leichter fällt – und wann schwer Leichte Phasen: In Zeiten von Wachstum, Selbstvertrauen oder bei einem inneren Neuanfang fällt es leichter, alten Ballast abzuwerfen. Die Motivation ist größer, Veränderung wird als Chance gesehen.   Schwere Phasen: Bei Stress, Unsicherheit oder in emotionalen Tiefs halten wir oft fest – aus Angst, ohne das Alte haltlos zu sein. In solchen Phasen kann Loslassen als Bedrohung empfunden werden.   6 kraftvolle Schritte, um das Loslassen zu lernen 1. Selbstreflexion Frage dich ehrlich: Von wem oder was möchte ich loslassen? Was brauche ich wirklich? Was hält mich zurück? Was belastet mich? Notiere dir deine Antworten schriftlich oder sprich sie laut aus. 2. Klein anfangen Starte mit dem Einfachen. Trainiere das Loslassen mit Dingen, die weniger emotionale Bedeutung haben. Jeder kleine Schritt stärkt dein Vertrauen in den Prozess, weil du die befreiende Wirkung spürst. 3. Den richtigen Zeitpunkt finden Es gibt keinen perfekten Moment, also warte nicht darauf. Aber der November – mit seiner Energie von Rückzug und Besinnung – kann ein nötiger, guter Impuls sein. 4. Unterstützung suchen Manchmal braucht Loslassen ein Gegenüber. Ob Coach, Freund:in, Partner:in oder Therapeutin – Begleitung durch das gemeinsame Gespräch oder Zuspruch kann Blockaden lösen. 5. Akzeptiere dein Tempo Loslassen ist kein Wettbewerb. Jeder Mensch hat sein eigenes Timing. Gib dir die Zeit, die du brauchst. 6. Übung macht den Meister Wie ein Muskel lässt sich auch das Loslassen trainieren. Je öfter du übst, desto leichter wird es dir fallen.   Loslassen mit EMDR – Wie du tiefsitzende Blockaden auflösen kannst EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing / deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung) ist eine bewährte Methode, um emotionale Belastungen loszulassen , die tief im Unterbewusstsein gespeichert sind. Durch gezielte Augenbewegungen oder bilaterale (beidseitige) Reize werden belastende Erinnerungen verarbeitet – ähnlich wie in der REM-Schlaf-Phase. Negative Emotionen werden entkoppelt, belastende Erinnerungen „entmachtet“ und neue Perspektiven können entstehen. EMDR hilft z. B. bei: Ängsten & innerer Unruhe (z.B. vor Prüfungen) emotionalen Blockaden belastenden Erinnerungen & alten emotionalen Verletzungen chronischem Stress und psychosomatischen Beschwerden Wenn du mit belastenden Themen kämpfst, kann EMDR eine wirkungsvolle Unterstützung sein, um loszulassen und wieder in deine Kraft zu kommen. Was du durch das Loslassen gewinnst Klarheit Alte Emotionen wie Ärger, Trauer oder Angst können wie ein Schleier wirken. Loslassen schafft Raum, deine wahren Bedürfnisse zu erkennen. Du siehst besser, was dir wirklich wichtig ist. Energie Was du loslässt, muss nicht mehr mitgeschleppt werden. Das spart Kraft und Energie – für dich und dein Leben im Jetzt. Leichtigkeit Weniger Ballast, weniger Grübelei, weniger innerer Druck. Loslassen kann sich anfühlen wie ein tiefer befreiender Atemzug. Wenn wir Altes loslassen, schaffen wir Raum für Neues. Innere Ruhe & Zufriedenheit Indem du das Leben so annimmst, wie es ist – mit allen Veränderungen, Abschieden und Neubeginn – übst du dich in Akzeptanz und findest du zu mehr innerer Gelassenheit. Persönliches Wachstum Loslassen lernen ist ein aktiver Schritt, der Mut und Vertrauen erfordert. Jeder bewusste Schritt bringt dich näher zu dir selbst, öffnet die Tür für Neues und lässt dich dein Leben authentischer leben. Fazit: Loslassen lernen als bewusster Akt der Selbstfürsorge Loslassen ist kein Verlust – es ist ein Gewinn an Freiheit, Klarheit und innerem Frieden. Es bedeutet, Platz zu schaffen für das, was dich wirklich nährt. Nutze den November, um bewusst hinzuschauen: Was in deinem Leben darf gehen? Was darf bleiben? Wenn du dabei Unterstützung möchtest, begleite ich dich gerne – in einem Coaching oder mit einer EMDR-Sitzung . Gemeinsam finden wir heraus, wie du deinen ganz persönlichen Weg zum Loslassen und innerer Ruhe findest.

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